• /
  •         
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /

ADFC

Positiv für Gedächtnis und Körperwahrnehmung

Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen steigt stetig. In Deutschland geht man aktuell von 1,1 Millionen Betroffenen aus. Mittlerweile gilt es als gesichert, dass körperliche Aktivierung eine positive Wirkung auf die Symptome hat. Ab dem nächsten Frühjahr bietet die Lokstedter Ergotherapeutin Dorothee Danke daher Radtouren für Demenzkranke an.

Zunächst war es nur eine ungewöhnliche Idee. Im Kreis Minden-Lübbecke verabredeten sich im Jahre 2013 Mitglieder des Vereins Leben mit Demenz - Alzheimer-Gesellschaft und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, um gemeinsam Radtouren für Menschen mit Demenz zu organisieren. Es zeigte sich schon bald, dass die körperliche Aktivierung eine positive Wirkung auf Gedächtnis, Erinnerung, Orientierung, Alltagsfähigkeiten, Psyche, Verhaltensauffälligkeiten, Beweglichkeit und Gangsicherheit hat.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass ältere Menschen generell von körperlichem Training profitieren und bei regelmäßigen Übungen eine Steigerung von Kraft und eine Verbesserung des Gleichgewichts erzielt werden kann, womit das Sturzrisiko gemindert wird. Doch es geht den Initiatoren bei den Radtouren nicht nur um eine Verbesserung der Symptome. Ganz bewußt setzen sie auf Sport und Bewegung als Möglichkeiten der sozialen Teilhabe und als Quelle von Lebensfreude für Menschen mit Demenz.

ADFC-Radtourenleiter tauschen sich aus

Um ihre positiven Erfahrungen weiter zu geben, wurden in Minden schon bald Seminare angeboten: eine Art Weiterbildung zum „Radtourenleiter für Menschen mit Demenz“. Seit mehreren Jahren absolvieren nun schon Menschen, die Interesse haben ehrenamtlich oder professionell mit Demenz-erkrankten Menschen Fahrrad zu fahren, diese Seminare.

Trotz der in Minden erzielten Erfolge sind diese Radtouren immer noch nicht weit verbreitet. Bei diesem Thema herrschen Unsicherheit, Ängste und Bedenken. Um nun diese Idee überregional voranzubringen, die verschiedenen Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig zu stärken und zu unterstützen und die Zusammenarbeit zu fördern, fand in der Praxis für Ergotherapie Dorothee Danke in Lokstedt am vergangenen Samstag der erste deutschlandweite Erfahrungsaustausch der Radtourenleiter statt.

Unter Anleitung von Wolfgang Weber vom ADFC und Hartmut Schilling vom Verein Leben mit Demenz, beide aus Minden, wurde von den Teilnehmern aus Bremen, Oldenburg, Hamburg und Minden über praktische, organisatorische und technische Probleme, Finanzierung, Werbung, Gewinnung von ehrenamtlichen Unterstützern gesprochen.

Es war ein Tag des Austausches, des Lernens und der Ermutigung, das Fahrradfahren für und mit Menschen mit Demenz umzusetzen. In der Küche gab es neben Suppe, belegten Brötchen, selbst-gebackenem Kuchen, Obst und Getränken angeregte Gespräche. Es wurde aber auch gelacht.

Die Veranstaltung hat allen Teilnehmer soviel Spaß gemacht, dass bereits das nächste Treffen in Bremen für das nächste Jahr verabredet wurde.

Radtouren in Hamburg

Im Frühling geht’s nun auch in Hamburg mit dem Radeln los: Dorothee Danke betreibt in Lokstedt eine Ergotherapeutische Praxis, seit mehr als 10 Jahren beschäftigt sich dieTherapeutin beruflich mit dem Hauptschwerpunkt Demenz. Nun bietet sie in ihrer Praxis auch Radfahren mit therapeutischer Begleitung an.

Mitmachen können Einzelpersonen, aber auch kleine Gruppen von Betroffenen mit oder ohne begleitende Angehörige. Besonders die Zusammenarbeit mit Angehörigen ist Dorothee Danke dabei wichtig: „Was können wir tun, was kann ich im Alltag machen, wie komme ich zurecht? Wir versuchen, gemeinsam Antworten zu finden.“

Weitere Informationen zum Angebot gibt es in der Praxis:

Dorothee Danke 
Praxis für Ergotherapie
Stapelstraße 26 / Ecke Kollaustraße, 22529 Hamburg
Tel.: 87 50 30 47
Tel.: 0178 132 27 13
www.danke-ergotherapie.de
info@danke-ergotherapie.de

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 03.11.2016